Spinnrad

Sprache finden ...

... um unsern Glauben ausdrücken und teilen zu können

Bekenntnisse
gehören von Anfang zum Glauben dazu.
Das Wesen des Glaubens ist grundsätzlich Sprache.
Sprache gibt uns die Möglichkeit Leben zu benennen und zu deuten.
Sie schafft Räume, in denen wir selbst uns einfinden und empfangen wissen.

Die ursprüngliche Bezeichnung des “Glaubensbekenntnisses” ist “Symbol” (griechisch: symbolon). Damit ist ein Erkennungszeichen gemeint.

Wer die Worte mit-sagt, gehört dazu – zur Gemeinschaft, die eben gerade feiert und zugleich zur unfassbaren Schar all der Menschen, die von Gott durch seinen Geist je zum Glauben gerufen wurden und je noch dazu gerufen werden.

Der Ausdruck »symbolon« hatte in der Zeit der frühen Kirche einen konkreten Zusammenhang:
Unter Freunden, Gastfreunden, Geschäftsteilhabern oder Kaufleuten war es Sitte, bevor man sich trennte, irgendeinen Gegenstand, eine Spielfigur, ein Siegel, ein Täfelchen, ein Knöchelchen, ein Geldstück in zwei Hälften zu teilen, von denen jeder Partner eine an sich nahm, als Zeichen, an dem man sich wiedererkennen sollte, oder um einen Boten auszuweisen oder eventuell die aus einer früheren Begegnung stammenden Rechte geltend zu machen.
Der griechische Philosoph Platon hat diese antike Sitte in seiner Erzählung von der Vorstellung verwendet, im Ursprung seien die Menschen androgyn, zugleich Frau und Mann gewesen; seitdem Zeus den ursprünglichen Menschen in zwei Teile zerschnitten hat, suche jede Hälfte ständig die sie ergänzende andere Hälfte.
Menschliche Liebe ist so verstanden, die Sehnsucht nach dem von uns Getrennten. Ein bedeutender Publizist, des 20. Jahrhunderts, Karl Kraus, hat drum einmal knapp formuliert: “Der Ursprung ist das Ziel.” Das Einswerden des Menschen mit Gott, sein Ganz-Sein im gültigen Dazu-Gehören die Sehnsucht, die lebenslang herausfordert und belebt.

Die “nach Gottes Wort reformierte Kirche” wusste sich jederzeit mit der ganzen Christenheit gerade durch die grossen Bekenntnisse verbunden: das apostolische Glaubensbekenntnis und
das nizänische Glaubensbekenntnis. Sie finden diese Glaubensbekenntnisse auf der Webseite www.ref-credo.ch. Dort sind auch viele grundlegende Informationen zur Geschichte und Gegenwart im Aussprechen des Glaubens zu finden.

Hier teilen wir gerne mit Ihnen ein kleines zeitgenössisches Glaubensbekenntnis:

Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem,
was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens,
aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung,
die auf Erlösung hofft.

Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes,
von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod
hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist er gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck